Agro-Gentechnik – was ist das?

Unter Agro-Gentechnik versteht man die Veränderung von Nutzpflanzen durch den Einbau artfremder Gene in das Erbgut. Bislang wurde das in erster Linie bei Mais, Soja, Raps und Baumwolle gemacht. Die genauen Folgen, die derartige Erbgutveränderungen für die Natur und für den Menschen haben, sind nicht hinreichend untersucht und nicht abschätzbar.

Bei der Freisetzung solcher gentechnisch veränderter Organismen (GVOs) in der freien Natur kommt es durch Pollenflug zu Fremdbestäubung und Kreuzungen und damit zu einer Ausbreitung der GVOs.

Agro-Gentechnik ist nicht kontrollierbar, nicht eingrenzbar und auch nicht rückholbar!

Übringends: 95 % der Wissenschaftler, die mit den gentechnisch veränderten Pflanzen forschen, werden von Konzernen bezahlt! Weltweit wollen jetzt 600 Wissenschaftler objektiv forschen.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Derzeit werden gentechnisch veränderte Pflanzen in erster Linie im Rahmen von Freisetzungsversuchen bzw. auf sehr kleinen Flächen angebaut, v.a. in Ostdeutschland.

Wie ist die Situation in unserem Landkreis?

Derzeit gibt es keinen Anbau von GVOs im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

7 Fragen zur Agro-Gentechnik

1. Gibt es eine Gesundheitsgefährdung?

Die Auswirkungen einer langfristigen Ernährung mit gentechnisch veränderten Pflanzen/Produkten (GVP) sind derzeit unbekannt und nicht absehbar. Toxizitätsstudien, in denen Säugetiere mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wurden, mussten teilweise wegen unerwartet starker gesundheitlicher Schäden der Versuchstiere abgebrochen werden.

Prescott, V.E. et al. (2005); Transgenic Expression of Bean-Amylase Inhibitor in Peas Results in Altered Structure und Immunogenicity, J. Agric. Food Chem., 53 (23), 9023-9030.


2. Gibt es eine Koexistenz von gentechnisch veränderten und konventionell bzw. biologisch angebauten Pflanzen?

Die TU München hat in 600 m Abstand von Versuchsfeldern noch gentechnisch veränderte Pollen festgestellt. Ein Nebeneinander von Konventionell angebauten, biologischen und gentechnisch veränderten Pflanzen ist nicht möglich und nimmt dem Verbraucher jegliche Wahlmöglichkeit. Das ist auch aus den USA und Kanada bekannt, wo Genpflanzen großflächig angebaut werden.

3. Braucht man weniger Spritzmittel?

Die gentechnisch veränderten Pflanzen werden so gezüchtet, dass sie gegen ein Totalherbizid resistent sind, d.h. im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen sterben sie nicht ab, wenn sie mit dem Gift, das ebenfalls von den Saatgutherstellern bezogen werden muss, behandelt werden.

Unkräuter und unerwünscht Wildpflanzen entwickeln jedoch innerhalb weniger Jahre Toleranzen gegen diese Herbizide. In Argentinien beispielsweise steig der Herbizidverbrauch pro Hektar um 58 % innerhalb von 10 Jahren nach Einführung von gentechnisch verändertem Soja.

Benbrook, C.M. (2005). Rust, Resistance, run Down Soils, an Rising cost – Problems Facing Soybean Producers in Argentina. AgBioTech Info Net. Technical Paper Number 8, S. 1-51


4. Sind die Erträge der Bauern höher?

In Kanada sanken die Rapserträge seit der Einführung der Gentechnik um 15 %,
die Maiserträge verringerten sich um 10 %.

5. Wem nützt die Agro-Gentechnik?

Die vier größten, weltweit tätigen Agrochemiekonzerne DuPont, Syngenta. Monsanto und Bayer bestimmen weitgehend Forschung, Entwicklung und Vermarktung transgener Pflanzen und der dazugehörigen Pestizide und Herbizide.

Ihr Anliegen ist Gewinnmaximierung durch Schaffung immer neuer Märkte. Es entstehen Abhängigkeiten, die bereits unzählige, v.a. Kleiner landwirtschaftlicher Betriebe (z. B. in Indien) in den Ruin getrieben haben.

6. Wie verhalten sich unsere europäischen Nachbarn?

Italien, Österreich, Schweiz, Griechenland, Ungarn und Polen sagen klar „NEIN“ zur Agro-Gentechnik, da sie die damit verbundenen Risiken nicht in Kauf nehmen wollen.

7. Kann man den Welthunger durch Agro-Gentechnik besiegen?

Die verfügbaren Nahrungsmittel reichen für doppelt so viel Menschen wie zur Zeit auf der Erde leben (United Nations, World Popolation Prospects, New York).

Die Ursachen des Hunger sind Verteilungsmissstände, kein Mengenproblem.